Reliquiarfigur "bieri", Fang betsi, Gabun

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Objekt: Reliquiarfigur "bieri"
Ethnie:  Fang betsi
Herkunft:  Gabun
Material:  Holz, Metal, Federn
Abmessungen (HxBxT):  65 x 14 x 12 cm
Alter:  Erste Hälfte des 20. Jahrhundert

Info:  Reliquiarwächter der Fang können als herausragende Beispiele afrikanischer Kunst gelten. Wie bei vielen Völkern der Welt manifestiert sich die Ahnenverehrung in einem Schädelkult. Die Schädel werden bei den Fang in einem zylindrischen Baumrindebehälter aufbewahrt und mit einem Reliquiarkopf oder einer Reliquiarfigur gekrönt, die im Deckel befestigt werden. Die Statue (Kopf oder Figur) des so genannten "bieri" stellt ein Erinnerungsmal an den Toten dar und gleichzeitig hat sie Wächterfunktion.
Diese Figur zeigt wunderbaren, weich flissenden Kurven des Körpers, die durch hochpolierte Oberfläche und eine grau-gelbliche Opferpatina noch stärker betont werden. Die großen, hypnotisirenden, mit Bronzeniten befestigten Bronzeaugen und ein büschiger Federschmuck auf dem Kopf wirken erschreckend und böse, was in der Halbdunkelheit der Hütte, in der die Reliquiare aufbewahrt waren, zur Wächterfunktion der Figur gehörte. Ein Ring von detailierten Einkerbungen, der sich über Stirn zwischen sehr fein ausgeschnitzten Ohren zieht und die Schmucknarben im Nabelbereich lassen vermuten, dass die Statue einer benennbaren Schnitzerschule zu zuordnen wäre. Die Brüste und die Handgelenke sind mit sehr sorfälltig ausgehammertem Bronzeblech bedeckt, was mit starken Hals- und Fußgelenk-Kupferriefen der Figur eine würdige und stolze Pose verleiht.