Ritual Aufsatzmaske des Ngi-Geheimbundes

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Objekt: Ritual Aufsatzmaske des Ngi-Geheimbundes
Ethnie:  Bulu
Herkunft:  südwestliches Kamerun
Material:  Holz, Gorillaschädel, Glasperlen, Kaurischnecken, Abrusbohnen, Rattan
Abmessungen (HxBxT):  52 x 26 x 52 cm
Alter:  Erste Hälfte des 20. Jahrhundert

Info:  obwohl viele alte Traditionen heutzutage der Vergangenheit angehören, spielen die Gorillas immer noch sehr große Rolle im Leben vieler afrikanischer Völker. Die Fang im Gabun haben gelegentlich Figuren mit dem Schädel des Silberrücken-Gorillas geschnitzt. In einigen anderen Regionen wurden auch Masken mit dem Schädel oder Gorillazähnen gefunden, die die Kraft des Affen ermitteln. Bei den Bamileke durfte nur der Häuptling die Maske mit dem Schädel tragen. Die Anyang in Kamerun durften die Gorillas nur für die Einführungszeremonie eines neuen Häuptling jagen. Einige Teile der Affen werden als Fetische gehalten, z.B. die Eckzähne für Glück während der Jagden und die Fingernägel und die getrockneten Hände für die Fruchtbarkeit der Frauen. Einige Teile, besonders der Kopf und die Genitalien, sind in südwestlichem Kamerun und vor allem in benachbarten Regionen Nigerias zu den medizinischen Zwecken noch am meisten benutzt.
Diese Maske hat zu den Riten des Ngi -Geheimbundes gehört. Die Affenfigur und zum Teil auch der Schädel und Aufsatzkorb sind stark mit schwarz-bräunlicher Opferpatina bedeckt (Blut etc.). Die Mundöffnung ist mit Rotholzmehl versiegelt. Am Rücken der Figur befindet sich viereckige, ausgehöhlte Öffnung, die ebenfalls mit Rotholzmehl bedeckt ist. Der Aufsatzkorb weist reichliche Rußpatina auf. Innen drin ist ein Polster aus Gras befestigt, das die Maske sehr bequem auf dem Kopf sitzen lässt. Solche Masken sind sehr selten und noch wenig bekannt. Nur eine kleine Gruppe der Bulu feierte die Ngi-Zeremonie mit diesen Schädelmasken. Der Kurator des  Soul of Africa Museum in Essen, Ethnograph und Fotograf Herr Henning Christoph hat diese kleine Bulu-Gruppe entdeckt und besitzt selbst eine schöne Sammlung ähnlichen Masken, die in Soul of Africa Museum anzuschauen ist. Er hat die hier abgebildete Maske untersucht und als seltenes und originales Stück deklariert.